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Das Arbeiten mit Intarsien hat eine tiefverwurzelte Tradition. Bereits die ältesten bekannten Hochkulturen kannten differenzierte Techniken der Einlegearbeiten in Holz. Von islamischen Kulturen ausgehend, etablierte sich die anspruchsvolle Gestaltung von Möbeln mit Intarsien auch in Europa. Renaissance, Barock und Jugendstil waren hier Blütezeiten, in denen einzigartige Werke entstanden.
Gerade im Jugendstil kam es zu einer faszinierenden Verbindung von Kunst und Handwerk. Kunstvoll intarsierte Möbel und Objekte von Charles Spindler oder Emile Gallé zeigen eine Einheit auf, die später verloren gegangen ist. Gab es in der arts-and-crafts Bewegung und bei den frühen Bauhäuslern noch den (auch politisch gemeinten) Anspruch Kunst und Handwerk als eine Einheit zu praktizieren, so spielten mit Beginn des Industriedesigns vor allem in Deutschland Intarsien keine Rolle mehr. Sie gerieten nach Jahrhunderten in Vergessenheit.
Heute gibt es auch in Deutschland wieder Menschen, die die alten Techniken aufgreifen und darüberhinaus neue Techniken entwickeln, um diese nun für zeitgemäße Entwürfe zu nutzen. Diese Arbeiten ermöglichen eine neue Sichtweise auf die Qualität des Materials Holz und seine Gestaltung. Nicht nur in der angewandten Kunst auch in freien Arbeiten werden Intarsien aus unserer Zeit heraus interpretiert.
So bleibt die ganz eigene Materialästhetik des Holzes und des Furniers auch in hochtechnisierten Zeiten faszinierend. Intarsien heute - das sind gestaltete Bauminnenwelten, die in ihrem expressiven Charakter als ein Medium für moderne Kunst begreifbar sind.
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